Nicht gesucht und doch gefunden

Wir passieren.
12. Juni

W. hat eine Überraschung für mich sagt er und drückt mir ein weißes Blatt Papier, welches wie zu einer Schultüte geformt ist, in die Hand. Darin eine kleine Rose von seinem Balkon. Ich lächle, umarme ihn und denke mir aufs Neue was für eine gute Seele diesem Mann doch Inne wohnt.

5. Juni

Zum Abend hin, gestern wie heute, reißt die Wolkendecke auf, so als wollte sich die Sonne noch verabschieden, bevor sie für diesen Tag hinter Häuserdächern und Baumwipfeln verschwindet. Gestern wie Heute, freue ich mich über diese Momente, die nach diesen verregneten Tagen ganz unerwartet sind.

"Ich weiß, dass S. einmal einen hübschen Mann haben wird. Sie ist schön."

Diese Worte über mich purzeln unvermittelt und mit einer überraschenden Bestimmtheit aus dem Mund des kleinen farbigen Mädchens, welches mit mir auf der Picknickdecke sitzt und weiterhin konzentriert Perlen auf den Faden aufzieht. Ich schaue sie an, muss schmunzeln und finde die Kleine in diesem Augenblick einfach wunderbar.

4. Juni

Meine neue Jacke ist angekommen und ich kann nicht anders als sie immer wieder anzuziehen. Sie sitzt wirklich genau richtig und ich freue mich, dass wir sie zusammen ausgesucht haben.

3. Juni

Ein kleiner Junge, kaum Haare auf dem Kopf, springt lebensfroh auf dem Schoß seiner Mutter herum, winkt aufgeregt den Leuten, die mit uns in der Ubahn fahren, verbreitet Lächeln auf den müden Gesichtern.

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Jedes Bahngleis summt leise deinen Namen, wenn die Räder der einfahrenden Züge über sie rollen und jeder Zug, der den Bahnhof in deine Richtung verlässt, zieht mich magisch an.

2. Juni

Über mir der düstere und zugezogene Himmel aus dessen Wolken sich die Regentropfen ihren Weg gen Erde suchen. Im tristen Grau der Großstadt erhellt der gelbe Regenschirm in meinen Händen mein ebenso wolkenverhangenes Herz. 

23. Mai

An dem Tag an dem du Arbeiten bist, kaufe ich dir Blumen und eine Art kleine Vase mit Herzen und Knöpfen. Später fragst du mich, warum ich das getan habe und ich kann es selbst nicht erklären. "Es ist meine Natur", antworte ich, denn dass du dich darüber freuen kannst, war alles was für mich an diesem Tag wirklich zählte.

17. Mai

Wir sitzen Hand in Hand bei meinen Freunden und es mag komisch klingen, aber ich fühle mich das erste mal wirklich vollständig. So als hätte bis zu diesem Augenblick immer etwas gefehlt. Komisch. Es ist gut so, denke ich mir und ich weiß, dass du ähnliches gedacht hast.

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Ein Wiedersehen, das ich mir nicht anders hätte erträumen können. Ein Kuss, der das Meer in den Schatten rückt. Erlöstes Verlangen, wie die Explosion einer Sonne.

15. Mai

Wir sitzen in dem gemütlichen, bayrischen Lokal, meine Arbeitskolleginnen und die Exkollegin. Ein Abend unter Frauen und ich muss mich einmal wieder über mich selbst wundern, befinde ich mich doch in einer Situation, die ich normalerweise als unbehaglich empfinden würde. Aber ich tue es nicht. Sie sind alle so unglaublich lieb und fürsorglich und ich fühle mich so wunderbar aufgehoben unter ihnen. 

14. Mai

Nach 10 Minuten Vorlesen bist du eingeschlafen. Manch anderer wäre vielleicht verärgert, aber ich finde es einfach nur schön, irgendwie friedlich.

13. Mai

Ein Kirschmuffin. Eine Banalität und doch große Freude.

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Ein ruhiger Moment auf dem Balkon, die Sonne scheint mir ins Gesicht und ich hatte fast vergessen, wie gut sich das anfühlt. Oh Sonne, wie habe ich dich vermisst.

12. Mai

Die Anspannung des Wochenendes fällt nur langsam von mir ab und ich stehe irgendwie neben mir. Mein Kopf fühlt sich an wie mit Matsch gefüllt, aber ich bin glücklich und stolz auf mich.

11. Mai

08:00 Uhr und so gut wie alle schlafen noch. Der Himmel ist zugezogen und vereinzelt fällt regen. Für die Traktorfahrt im Anhänger ziehen wir uns alle einen blauen Müllsack über. "Dann kann man von jeder uns behaupten wir seien so schön, wir sehen auch im Müllsack gut aus" schmunzle ich. Eine holprige und rasante Fahrt über Wiesen, Felder und durch den Wald. Alle sind begeistert und behalten sogar für das gemeinsame Abschlussfoto die Müllsäcke an.
Aufbruch nach dem ausgiebigen Mittagessen mit einem Abstecher in die Waschstraße. Erleichterung, dass die Autos nun wenigstens von Außen wieder passabel aussehen. 
Am Kinder- und Jugendzentrum ankommen und in glückliche Gesichter blicken, wenn sie ihren Eltern von dem Wochenende erzählen. "Wir sind im Schlamm stecken geblieben! Das war total schrecklich!", erzählt ein Mädchen und Julia und ich wissen, welches Erlebnis morgen besonders die große Runde machen wird.

10. Mai

06:30 Uhr und alle sind schon wach. Geocaching in einem Freilichtmuseum und ein Seitenspiegelglas, welches mir auf dem Weg dorthin halb vom Auto abfällt. Der Bauer, welcher mit den Spiegel mit Silikon wieder anbringt und dem ich so unglaublich dankbar bin, dass ich ihn am liebsten umarmt hätte.  Glücksmomente bei einer Tasse heißer Schokolade und einer Runde auf der Schaukel. Ein Foto mit riesigen, puscheligen Hühnern. Zum ersten Mal ein Pony und einen Esel führen. Eine Wanderung in der Abenddämmerung und Stockbrot am Lagerfeuer. 
Ein gelungener und ereignisreicher Tag an dem wir alle tot müde ins Bett fallen.